2009-12-18
Formel-1-Rennställe im Finanzcheck: Toyota nachträglich Weltmeister beim D&B F1 Index
Auch wenn Toyota sein Formel-1-Engagement mittlerweile beendet hat und 2009 große Erfolge auf der Rennstrecke ausblieben: Die Kölner Truppe verabschiedet sich finanziell gesehen mit einer weißen Weste. Laut internationaler Analyse des Wirtschaftsinformationsdienstes D&B Deutschland führt der ehemalige Arbeitgeber von Timo Glock zum Jahresende den D&B F1 Index mit 99 von 100 Punkten souverän an. Damit fahren die Japaner aufgrund vorbildlicher Zahlungsmoral den inoffiziellen Titel "D&B F1 Index-Weltmeister" ein. Überpünktlich zahlte Toyota seine Rechnungen als einziges F1-Team fünf Tage vor vereinbartem Zahlungsziel. Knapp hinter Toyota heimst Williams mit ebenfalls 99 Punkten den "Vizeweltmeister"-Titel ein. Der Grund: D&B verwendet zur Berechnung des Index nicht nur reale Zahlungserfahrungen, sondern auch demografische Daten sowie Finanzdaten. Auf den weiteren Plätzen folgen der zweite Aussteiger BMW Sauber (97), Renault (95) und Toro Rosso (92 Punkte).
Top-Teams im Mittelfeld - McLaren abgeschlagen Vorletzter
Die siegreichen und renommierten Teams sind beim Bezahlen ihrer Rechnungen dagegen nicht so schnell wie auf der Rennstrecke. Ferrari (84 Punkte) führt das Mittelfeld vor Red Bull (83 Punkte) an. Selbst Titelgewinner Brawn GP (82 Punkte) lässt sich im Durchschnitt 14 Tage Zeit, bevor Forderungen beglichen werden. Bei McLaren (51 Punkte) dauert es trotz Noch-Partner Mercedes sogar 26 Tage. Zum Glück für die Lieferanten schlug im Vergleich zum Saisonanfang die Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahresverlauf nicht auf die Zahlungswilligkeit der Formel-1-Teams durch. Nahezu alle verbesserten ihr Zahlungsverhalten sogar erheblich.
Force India weiterhin Letzter
Über die im Vergleich miserabelste Zahlungsmoral verfügt erneut das Team Force India (3 Punkte). Zahlungsverzug: 66 Tage. Der Rennstall des indischen Geschäftsmannes Vijay Mallya hält damit weiterhin die rote Laterne. Wenig tröstlich wirkt hier der Hinweis auf Verbesserungen. Denn laut Analyse der im D&B DunTrade® Programm gesammelten Zahlungserfahrungen mussten Lieferanten zu Jahresbeginn durchschnittlich sogar 75 Tage auf ihr Geld warten. Dieses Verhalten akzeptieren die Betroffenen wohl nur, weil Mallya nach eigenen Aussagen auch weiterhin Millionen in seinen Rennstall pumpen wird, um diesen am Leben zu erhalten.
2010 verspricht mit 13 Teams reichlich Spannung
Die erste Saison unter der Führung des neuen FIA-Präsidenten Jean Todt soll für die beteiligten Teams vor allem billiger und für die Fans interessanter werden. Interessanter auch deshalb, weil trotz Budgetlimit die finanziell Basis der vier neuen Teams noch nicht hinreichend geklärt ist. Campos aus Spanien, Virgin Racing (vormals Manor GP) aus England und der amerikanische US-F1-Rennstall wurden bereits im Sommer vom Automobilweltverband FIA aus zahlreichen Bewerbern ausgewählt. Im September folgte der Zuschlag für das aus Malaysia finanzierte neue Lotus-Team, das den Platz des BMW-Sauber-F1-Teams erhielt. Sauber rutscht aufgrund des Toyota-Ausstiegs als 13. Team ins Starterfeld und hofft auch ohne BMW-Hilfe finanziell zu überleben. Die Karten werden 2010 somit neu gemischt.
|
Rennstall |
Firmensitz |
D&B F1 Index 2009 |
Zahlt Rechnungen X Tage nach Ziel |
|
Toyota Motorsport GmbH |
Deutschland |
99 |
5 Tage vor Ziel |
|
Williams Grand Prix Engineering LTD |
Großbritannien |
99 |
15 |
|
BMW Sauber AG |
Schweiz |
97 |
xx |
|
Renault F1 Team LTD |
Großbritannien |
95 |
3 |
|
Scuderia Toro Rosso SPA |
Italien |
92 |
0 |
|
Ferrari SPA |
Italien |
84 |
14 |
|
Red Bull Racing LTD |
Großbritannien |
83 |
8 |
|
Brawn GP LTD |
Großbritannien |
82 |
14 |
|
McLaren Racing LTD |
Großbritannien |
51 |
26 |
|
Force India Fomula One Team LTD |
Großbritannien |
3 |
66 |
Quelle: D&B Deutschland, Stand: 30. November 2009.
Der D&B F1 Index ist ein statistisch ermittelter Wert zur Prognose der Ausfallwahrscheinlichkeit eines Unternehmens. D&B verwendet zur Berechnung demografische Daten, Finanzdaten und reale Zahlungserfahrungen. Auf der Skala von 1-100 bedeutet ein Indexwert von 1 ein sehr hohes Ausfallrisiko und ein Wert von 100 ein minimales Ausfallrisiko.
Über D&B Deutschland
D&B Deutschland (früher Dun & Bradstreet) ist ein Unternehmen der Bisnode Gruppe und gehört zum weltweiten D&B Netzwerk, dem Weltmarktführer für Wirtschaftsinformationen und Firmen-bewertungen. Unternehmen aus allen Branchen nutzen die Daten und Lösungen von D&B Deutschland zur Bonitätsprüfung, bei der Kundengewinnung und im strategischen Einkauf. Basis dafür ist die D&B Datenbank mit Informationen über 4,5 Millionen deutsche und mehr als 150 Millionen Unternehmen weltweit. In die Bonitätsbewertung der Firmen fließt auch deren Zahlungsverhalten ein. Dazu wertet D&B alleine in Deutschland jährlich mehr als 600 Millionen Rechnungsinformationen aus. Die Zuordnung aller Informationen zu den Unternehmen ist durch die von D&B eingeführte D-U-N-S® Nummer eindeutig. Die D-U-N-S® Nummer wird unter anderem vom Verband der Automobilindustrie (VDA), vom Verband der Chemischen Industrie (VCI), von der Europäischen Kommission und von der ISO als Standard empfohlen und eingesetzt. Mehr Informationen unter: www.dnbgermany.de
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